Lernstunden & Sternstunden

Mit 3 Jahren stand ich das erste Mal auf den Brettern, die meine Welt bedeuten. Der Beginn einer Liebe, der größten. Mein Weg begann klassisch, wurde immer alpiner mit Punkten, Stockerlplätzen und Medaillen, um mein eigener zu werden. Nach und nach spürte ich, dass ein Leben ohne Skifahren mindestens gleich undenkbar ist, als ein Leben ohne Atemzug. Der Skiclub wurde mein zweites Zuhause und die Natur mein Spielplatz. Wenn ich die Stufen zum Stuibenfall hinauf renne, jeder Schritt näher zu meinem persönlichen Olymp. Oder wenn ich mich von den wilden Wellen des Piburgersees treiben lasse und sich das Training anfühlt, wie ein Sprung in pure Lebensfreude. Ich lernte, was mir wichtig war, was ich brauchte, um meinen Körper und meinen Geist zu Höchstleistungen zu pushen. Ich bekam eine klare Vision von dem, was ich erreichen wollte. Perfekte Beispiele dafür, wie nah Spaß und Ernst beieinander liegen, sollten ebenfalls folgen.

2014 bis 2016 bekam ich eine Lernstunde über das harte Leben mit zwei schweren Verletzungen. Und auch die war wichtig. Für meine Entwicklung, meinen Ehrgeiz, meine Willenskraft. Eine Geduldsfrage, die schlussendlich in eine Sternstunde gipfelte. In der Saison 2017/2018 kam ich zurück. Stärker, sportlicher und schneller denn je. Ins Europacupteam, auf den 12. Rang im Weltcup Slalom in Zagreb, auf Platz 8 in der Alpinen Kombination bei den Weltmeisterschaften in Are und direkt auf die Bühne des Tiroler Sportpreises als Newcomerin des Jahres 2018. Nur 3 Jahre nach meiner langen Verletzungspause stehe ich im Winter 2019 beim FIS Weltcup Auftakt in Sölden erstmals mit A-Kader-Trikot am Start. In 4 Disziplinen, mit einem Ziel – die Spitze erreichen, Weltspitze. Und in zehn Jahres zurück zu blicken, auf jeden Schwung, jedes am-Start-stehen, durchs-Ziel-fahren und Ankommen. Geerdet, stark und zufrieden.

„Um dein wahres Potential zu entdecken,
musst du deine eigenen Grenzen finden.
Und dann den Mut haben sie zu überschreiten.“

Element 12

Body, Mind, Soul. Ganz(heitlich) oder gar nicht. Ich lebe nach einem einfachen Prinzip. Mein persönliches Glücksprinzip. Eine wahre Herzensangelegenheit. Und das Dreieck stehe dabei als Synonym für die wichtigsten Faktoren in meinem Leben. Im persönlichen wie auch im sportlichen. Und vor allem im seelischen. Denn ohne Soulset kein Mindset. Ohne Dreiklang kein Einklang. Und ohne Balance keine Bestzeit.